NAHTLOSE ROHRHERSTELLUNG

Walzen für die nahtlose Rohrherstellung

Top Qualität für nahtlose Rohre

Für das Walzen von nahtlosen Rohren stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Bekannte Anlagen sind das Stopfenwalzwerk, das Diescherwalzwerk, das Pilgerwalzwerk, das Kontiwalzwerk, das Asselwalzwerk und die Stoßbankanlage. Allen Anlagen liegt jedoch ein gemeinsames technologisches Konzept zugrunde:

Das Lochen des erwärmten Halbzeuges zu einem Hohlblock, das Elongieren (Strecken) des Hohlblocks zur Luppe (dickwandiges Rohr) und schließlich das Fertigwalzen der nacherwärmten Luppe zum Rohr. Für jeden dieser Verfahrensschritte werden Walzen und Umformwerkzeuge benötigt. So kommen neben geschmiedeten Werkzeugen aus Werkzeugstahl auch Umformwerkzeuge aus Gusswerkstoffen und Hartmetall zum Einsatz.

Lochdorne

Lochdorne erzeugen durch das so genannte Friemeln (Wechsel zwischen Druck- und Zugspannungen) im Kern des Halbzeugs einen Holblock, der dann über die Dornstage gewalzt wird. Je nach Verfahren werden Stähle mit hoher Warmfestigkeit oder Spezialstähle verwendet, die eine besonders widerstandsfähige Zunderschicht als Verschleißschutz ausbilden.

 

Schrägwalzen

Für Schrägwalzwerke werden verschiedene Walzenwerkstoffe eingesetzt. Das sind, in Abhängigkeit von Anlagenkonstruktion, Einsatzbedingungen und Beanspruchung, meist unlegierte bis mittel legierte Werkzeugstähle mit hoher Griffigkeit und ggf. guter Druckfestigkeit. Die Sondergüte Märker® S455 wurde speziell für diesen Verwendungszweck entwickelt und bietet einen guten Kompromiss aus Griffigkeit, Druckfestigkeit und Verschleißwiderstand. Für die Schrägwalzen im Diescherwalzwerk wird die Güte Märker® SRSE verwendet, jedoch mit einer höheren Festigkeit.

Lösewalzen

Im Lösewalzwerk wird das Rohr durch leichtes Aufweiten vom Dorn gelöst. Dieser wird in der folgenden Dornausziehanlage aus dem Rohr herausgezogen. Je nach Einsatzbedingungen und Anlagenkonstruktionen kommen hier Lösewalzen aus Gusswerksoffen oder Schmiedewerkstoffen zum Einsatz. Für gegossene Walzen empfehlen wir unseren Verbundschleuderguss mit legiertem Hartgussmantel und zähem Graugusskern. Für geschmiedete Walzen empfehlen wir den Warmarbeitsstahl Märker® WM28 oder den sonderwärmebehandelten Werkzeugstahl Märker® ZESEK.

Stoßbankwalzen

Die Walzen in den hintereinander liegenden, nicht angetriebenen Gerüsten von Stoßbankanlagen erfordern einen Werkstoff mit hoher Warmfestigkeit, guter Zähigkeit und hohem Verschleißwiderstand. Hierfür hat sich besonders die Warmarbeitsstahlgüte Märker® WM28 bewährt. Die Festigkeit dieser Walzen liegt je nach Beanspruchungsbedingungen zwischen 1400 – 1700 N/mm².

Streckreduzier- und Maßwalzen

In Streckreduzier- bzw. Maßwalzgerüsten wird ohne Verwendung von Innenwerkzeugen eine Streckung, eine entsprechende Veränderung des Durchmessers und, je nach Ausführung, eine Verringerung der Wandstärke erreicht.

Streckreduzier-/Maßwalzen aus Verbundschleuderguss

S+C B&J liefert Streckreduzier-/Maßwalzen aus Bimetall die im Verbundschleudergussverfahren herstellt werden und speziell für die spezifischen Anforderungen in diesem Warmwalzprozess entwickelt wurden. Gegenüber Walzen aus Schalenhartguss ergeben sich deutliche Vorteile, da deren Schreckschicht hart aber wenig zäh ist. Zudem beträgt die Schrecktiefe nur ca. 8-10 % des Ballendurchmessers und fällt in der Übergangszone sehr schnell ab. Die im Verbundschleudergussverfahren herstellten Walzen von S+C B&J bestehen aus einem legierten Gussmantel sowie einem zähen Graugusskern. Beide Materialien bilden einen metallurgischen Verbund. Der legierte Gussmantel ist in verschiedenen Werkstoffvariationen und Härtegraden verfügbar.

Vorteile von Walzen aus S+C Verbundschleuderguss:

  • Verbesserte Materialdichte (keine Porositäten)
  • Gut abstimmbare chemische Zusammensetzung verschiedener Güten
  • Gezielte Einstellbarkeit der Mantelstärke
  • Gleichmäßige sowie fast durchgehende Mantelhärte
  • Hohe Wärmeleitfähigkeit
  • Gute Beständigkeit gegen Warmrissbildung
  • Hoher Widerstand gegen Risswachstum
  • Verbesserte Zähigkeit bei gleichzeitig hohem Verschleißwiderstand

Streckreduzier-/Maßwalzen aus geschmiedetem Werkzeugstahl

Gegenüber den Gusswerkstoffen haben sich vor allem bei dickwandigen Rohren geschmiedete Walzen aus dem Werkzeugstahl Märker® ZESEK bewährt. Dieser Werkstoff wird durch eine spezielle Wärmebehandlung auf die besonderen Anforderungen dieses Warmwalzprozesses abgestimmt.

Walzen für nahtlose Rohrherstellung

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